Wenn ich richtig zähle, war ich gerade zum 6. Mal auf dem Tourismuscamp. Immer wieder mein Jahresauftakt für touristische und vor allem digitale Themen. Nach 9 Jahren in Eichstätt fand das 10. Camp nun in Wilhelmshaven statt. Ein großer Wettstreit um den Austragungsort letztlich zwischen der sächsischen Schweiz und Ostfriesland (nicht dem Elbstandsteingebirge und Wilhelmshaven wie ursprünglich formuliert, mea culpa :-)) war durch großes Engagement gewonnen worden. Immerhin, Wilhelmshaven ist 30 km näher dran am Berliner Norden.

Vorneweg möchte ich einen riesigen Dank an die Organisatoren von Tourismuszukunft loswerden. Der Ortswechsel war sicher ein Wagnis, hat aber dem Camp sehr gut getan. Gleichzeitig seid Ihr seit 10 Jahren dabei, eine wirklich große Leistung immer wieder eine solche Veranstaltung zu organisieren und auf die Beine zu stellen. Vielen Dank für die viele Zeit und Arbeit, die dahinter steckt.

Was ist eigentlich ein Barcamp?

Vor und nach meiner Abreise wurde ich häufig gefragt, was denn so ein Barcamp eigentlich ist und wie das funktioniert. Hier eine kurze Einführung:

 

Klar, es gibt auch ein paar Regeln für eine Unkonferenz. Das „Du“ war insbesondere für die Herren Professoren und die Frau Bürgermeisterin eine Angelegenheit, die sie vermutlich in ihren Alltag nicht übernommen haben. Für die zwei Tage wurde es allerdings durchgängig genutzt und erleichterte so die Kommunkation erheblich.

 

Da letztlich immer 3 Slots gleichzeitig stattfinden, kann man unmöglich alle Themen besuchen, man muß eine Auswahl treffen. Ich hatte auch noch zwei Themen angeboten und konnte darum einige sehr spannende Workshops und Vorträge nicht besuchen. Insbesondere das Thema „digitale Lernformate“ hätte mich sehr interessiert.

Trump & Data

Also ging der spannende Tag los mit einer sehr kleinen, aber außergewöhnlich feinen Runde zum Thema Daten, Sicherheit, Verantwortung, digitale Bildung – ein Rundumschlag mit sehr tiefen und neuen Einblicken, die ich innerhalb des Tages noch deutlich ausbauen konnte. Besten Dank für das tolle Gespräch dafür an Peter Hensel, der kommt später noch ganz stark zu Wort, und an Iris Welzel und an Michael Altewischer.

Videos für NichtNerds

Direkt im Anschluß an das Gespräch habe ich über unser Projekt „Videochallenge“ berichtet. Es stellte sich als sehr interessant für Destinationen heraus, die schnell, authentisch und gleichzeitig professionell Videos erstellen wollen. Diese Trennlinie zu ziehen zwischen dem Wissen und Können der Mitarbeiter, oder in unserem Fall den Interessen der Schüler, und dem Punkt ab dem die Zusammenarbeit mit einem Profi für Kamera, Ton und Schnitt absolut sinnvoll ist, darüber haben wir uns intensiv ausgetauscht, auch mit Günter Exel, von dem auch später noch die Rede sein wird.

Webseiten für Destinationen

Brauchen Destinationen heutzutage noch Webseiten? Und wenn ja, was gehört rauf? Daniel Menzel, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Fläming, zusammen mit Fanny Raab hatten dieses Thema aufgerufen und es wurde heftig diskuttiert. Zum einen ging es um die Frage, welche Zielrichtung Destinationswebseiten überhaupt haben. Häufig haben sowohl Kommunen als auch Leistungsträger ihre ganz eigenen Interessen und als Auftraggeber haben die natürlich Gewicht. Welche Rolle spielen die Reisenden dabei? Benutzen Besucher Destinationswebseiten überhaupt? 2% der Reisenden nutzen sie in der Reisevorbereitung, sagt Michael Frischkorn von GEIOS. Das klingt nicht viel. Aber: Google sagt von sich selbst, dass es regional nicht gut funktioniert. Hier sind lokale Angebote nach wie vor besser.

Florian Bauhuber von Tourismuszukunft ist der festen Überzeugung, dass Destinationen sich um ihren Content kümmern sollen und diesen für andere Portale aufbereiten müssen. Die Webseite als reiner Datencontainer, ein Frontend brauche sie in absehbarer Zeit nicht mehr. Auf seine Frage, wer denn Destinationswebseiten tatsächlich nutzen würde hob der halbe Raum die Hand. Aber das lag sicher auch an der fachlichen Auswahl des Publikums.

Michael Altewischer warf ein, dass man auch die 2% nicht unterschätzen darf, denn in ihrer Verzweiflung nutzen Reisende vor der Buchung bis zu 62 Webseiten. Und das nicht, weil es so viel Spaß macht, sondern weil die Seiten so schlecht benutzbar, fehlerhaft und unglaubwürdig sind füge ich hier hinzu.

Ich sehe das Frontend auf absehbare Zeit als relevant an, auch wenn viel mehr Inhalte über andere Kanäle und dann ohne das für sie bestimmte Frontend angezeigt werden. Die Entwicklung neuer Ausgabegeräte und Funktionen wie Apps wird deutlich voran gehen. Destinationen vergeben sich einen großen Lernschwerpunkt wenn sie nicht wissen, wie diese Ausgabegeräte genutzt werden und welche Inhalte hier speziell benötigt werden.

Tourismuscamp Teil 2

Morgen dann mehr zu Zukunftsthemen, Predictive Consumer Intention und Videos. Den Input muß ich noch ein wenig verarbeiten. :-)

Alexandra